IBM-Entwicklungslabor, Böblingen, 1.Preis

IBM-Entwicklungslabor, Böblingen, 1.Preis

Betonung der Topographie und Lageplan IBM als Blaupause 
Der neue Stadtteil verstärkt die Linearität des Höhenrückens „Schönaicher First“. Sowohl die Orthogonalität und deren Lage im Gelände, als auch die Verteilung der befestigen und unbefestigten Flächen der IBM Anlage wird weitest möglich übernommen. Einerseits begründet sich das aus einer Art Reminiszenz, andererseits werden auch ökonomische, infrastrukturelle sowie ökologische Ziele verfolgt. Der Konversionsprozess vereinfacht sich.

Hippodamus

Die einzelnen Häuser, wie auch der neue Stadtteil als Gesamtheit gehorchen einem streng geometrischen Prinzip. Es ist robust und flexibel mit einem rechtwinklig angelegten Straßen- und Wegenetz. Zwei längs zum Rücken angelegte Erschließungsstraßen gliedern den Stadtteil in drei parallel verlaufende Streifen. Schmalere, im rechten Winkel dazu angelegte Querstraßen lassen eine gleichmäßig bebaute Fläche mit kleinen rechteckigen Inseln entstehen. Die äußeren Grenzen des Stadtteils folgen keinem regelmäßig geometrischen Muster; ihr Verlauf passt sich im Wesentlichen dem bestehenden Waldrand an. Auch im Inneren wird die Regelmäßigkeit unterbrochen: durch Baumbestand, durch Erhalt unversiegelter Flächen, sowie den Erhalt dreier Bestandsgebäude.

Zwei Inseln im Wald und ein BrückenTor
Die beiden Stadtteile werden durch ihre jeweilige Insellage im Kiefernwald und ihren starken Naturbezug als zusammengehörig empfunden. Beide auf demselben Höhenrücken, dem Schönaicher First gelegen, sind sie doch durch den Einschnitt der Landesstraße getrennt. Eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke überquert die Landesstraße. Beidseits der Straße stellen Treppe und Aufzug die direkte Verbindung zu den Bushaltestellen her. Dabei entsteht ein Tor – ein BrückenTor; es verstärkt die Verbundenheit zwischen dem neuen und dem bestehenden Quartier am Rauhen Kapf, macht aufmerksam auf die Zufahrten, sowie den Übergang zwischen Böblingen und Schönaich.

Ein Ringpark umgibt beide Stadtteile, im neuen Quartier nimmt der Park die 30 Meter Breite des notwendigen Waldabstandes in Anspruch, die Bestandssiedlung ist dicht von Wald umgeben. Ihr Ringpark ist bewaldet; er grenzt sich vom anschließenden Wald durch einen Weg ab. Im Süden wird hierzu der Panoramaweg herangezogen. Zwischen den Stämmen sind Sitzgelegenheiten und Hochsitze zum stillen Betrachten der Flora und Fauna geplant. Der Ringweg ist mit dem neuen Quartier ringsum durch kleine Stichwege verbunden; dies wäre zukünftig für das Bestandsquartierebenfalls wünschenswert.

 

Projekt:
IBM-Entwicklungslabor, Schwerpunkt

Ort:
Böblingen

Fläche Planungsgebiet:
ca. 16 ha

Wohneinheiten:
1.060

Landschaftsarchitektur:
Studio B Landschaftsarchitektur

Auslober:
Green Park Böblingen GmbH

Status:
städtebaulicher Planungswettbewerb
07/ 22